Frauen und Altersvorsorge

Fast jede zweite Frau erzielt ein Einkommen, das unter der Mindestrente liegt. Da Frauen eine höhere Lebenserwartung haben (82,4 Jahre) als Männer (76,5 Jahre), müssen sie über einen längeren Zeitraum mit einer bescheidenen Altersrente auskommen. Die Frauen sind daher gut beraten, im Bereich Altersvorsorge selbst die Initiative zu ergreifen.
 

Die Renten werden den Frauen nicht gerecht.
Altersrenten sind Männersache: Sie basieren auf dem Einkommensmodell, nach dem der Mann Vollzeit und ohne Unterbrechung bis zum Renteneintritt beruflich tätig ist.
 

Der berufliche Werdegang von Frauen gestaltetsich anders.
Sie gehen meistens einer Teilzeitbeschäftigung nach, nehmen häufig Zeitguthaben in Anspruch und unterbrechen ihre berufliche Laufbahn, um sich um die Familie zu kümmern. Die Kombination dieser Faktoren schränkt für Frauen die Möglichkeit ein, einen Rentenanspruch aufzubauen. Kurz: Je weniger man arbeitet, desto niedriger die Rente.

 

Viele Frauen helfen Ihrem Ehepartner bei seiner selbständigen Tätigkeit. Seit dem 1. Juli 2005 können nach dem 1. Januar 1956 geborene Frauen, die ihrem selbständigen Ehepartner bei seiner Tätigkeit helfen, das Maxi-Statut beantragen. Es bietet individuellen Sozialversicherungsschutz, der mit dem von hauptberuflich Selbständigen identisch ist, d.h. Kinderzulagen, Gesundheitspflegeversicherung, Arbeitsunfähigkeit und Rente.
 

Hier einige aussagekräftige Zahlen:

  • Das Beschäftigungsniveau der Frauen beläuft sich auf lediglich 55% im Vergleich zu 69% bei den Männern.
  • 42% der berufstätigen Frauen (zwischen 25 und 49 Jahre) arbeiten Teilzeit. Bei den Männern beläuft sich der Anteil auf lediglich 3%.
  • Der Frauenanteil in Niedriglohnsektoren ist unverhältnismäßig hoch: Einzelhandel 70%, Hotel- und Gaststättengewerbe 58%.
  • 90% der mithelfenden Ehepartner sind Frauen.
  • Man trennt sich heute häufiger und schneller. Zwischen 2000 und 2005 stiegt die Zahl der Ehescheidungen um 14,2%. Als Berechnungsgrundlage der Scheidungsrente gelten die Anzahl der Ehejahre.
  • Das Zeitguthaben bei Vollzeit wird in 80% der Fälle von Frauen in Anspruch genommen.

 

Die Frauen definieren ihre beruflichen Entscheidungen viel häufiger zu Beginn ihrer Laufbahn. Männer treffen ihre Wahl erst am Ende. Dies wirkt sich auf den Rentenaufbau aus. Indem man sich am Ende seiner Berufslaufbahn für eine Teilzeitbeschäftigung entschließt, können die Folgen dieser Entscheidung auf die Altersrente begrenzt werden.

 
Frauen und Altersvorsorge

   

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