Worum geht es in der MiFID-Richtlinie und was bedeutet sie für Sie?

MiFID ist die Abkürzung für "Markets in Financial Instruments Directive". Diese europäische Richtlinie verfolgt eine doppelte Zielsetzung:

  • Schaffung eines größeren Wettbewerbs auf den Finanzmärkten innerhalb der Europäischen Union;
  • Verbesserung des Anlegerschutzes.

Größerer Wettbewerb auf den Finanzmärkten innerhalb der Europäischen Union

  • Die MiFID-Richtlinie verpflichtet Banken, Börsenmakler und sonstige Finanzmittler in allen EU-Mitgliedstaaten zur Einhaltung identischer Vorschriften bei Geschäften mit Finanzinstrumenten.

  • Unter "Finanzinstrumente" sind hier vor allem Aktien, Anleihen, Fonds und Derivate (z. B. Optionen und Futures) zu verstehen.

  • Spar- und Termingeldkonten fallen nicht in den Anwendungsbereich der MiFID-Richtlinie.
  • Der belgische Gesetzgeber hat beschlossen, ab dem 30.04.2014 bestimmte MiFID-Regeln auf Finanz‑ und Nichtfinanz‑Versicherungen auszudehnen (Twin Peaks-Gesetz).


Verbesserung des Anlegerschutzes

Die MiFID-Richtlinie soll einen verbesserten Anlegerschutz gewährleisten. Dies soll mithilfe folgender Instrumente erreicht werden:

 

Gemäß der MiFID-Richtlinie müssen die Banken alle Kunden jeweils einer bestimmten Anlegerkategorie zuweisen und sie darüber informieren, wie sie eingestuft wurden.

 

Die MiFID-Richtlinie sieht drei verschiedene Anlegerkategorien vor:

  • nicht-professionelle Kunden
  • professionelle Kunden
  • "geeignete Gegenparteien"

 

Da die Anforderungen an professionelle Kunden (vor allem Behörden, institutionelle Anleger und Großunternehmen fallen in diese Kategorie) besonders hoch sind, gelten die meisten Kunden als nicht-professionelle Kunden. Das sind ausgezeichnete Nachrichten für den Anleger, denn genau diese Kunden können auf einen optimalen Schutz rechnen.

Darüber hinaus muss die Bank alle vertretbaren Maßnahmen treffen, um eine Kundenorder zum bestmöglichen Ergebnis auszuführen. Für Privatkunden gilt als „bestmögliches Ergebnis“ in erster Linie der (möglichst geringe) Preis und die (möglichst geringen) Ausführungskosten.

Dabei kann es sich sowohl um die Kosten der Order handeln, als auch um die Geschwindigkeit und Wahrscheinlichkeit der Ausführung, die Marktliquidität u. v. m.

Hierzu hat die Bank eine Orderausführungspolitik ausgearbeitet.

Jede Transaktion muss in Übereinstimmung mit der Orderausführungspolitik abgewickelt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass bei jeder Einzeltransaktion stets das optimale Ergebnis erzielt wird.

 

 Weitere Informationen zur MiFID-Richtlinie

 

 Dank der MiFID-Richtlinie wird die Anlageberatung noch fundierter

 

 
MiFID

 

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